Fuchs-Nachwuchs im Spreepark
14.04.2026

© Caroline Havemann
Fuchswelpen wachsen in engen Familienverbänden auf, bestehend aus den Elterntieren und ihrem Nachwuchs. Die Fuchsweibchen – sogenannte Fähen – bringen zwischen Mitte Februar und Mitte Mai meist vier oder fünf Welpen in ihrem Bau zur Welt. Zu Beginn sind die Jungtiere blind und taub, nach etwa zwei Wochen öffnen sie ihre Augen. Ihr Fell ist zunächst graubraun und färbt sich erst allmählich in das typische Fuchsrot. Etwa acht Wochen lang werden die Welpen gesäugt, nehmen aber mit der Zeit immer mehr feste Nahrung zu sich, die die Eltern heranschaffen. Mit drei bis vier Monaten beginnen sie selbstständig auf Jagd zu gehen. Gerade in den ersten Lebensmonaten spielen die Jungfüchse viel. Dieses spielerische Verhalten ist entscheidend, um Jagdtechniken und soziale Fähigkeiten zu erlernen. Im Herbst ihres ersten Lebensjahres verlassen die jungen Füchse schließlich das elterliche Revier und suchen sich ein eigenes Territorium.
Einen Fuchs in Berlin zu sehen, ist längst keine Seltenheit mehr: Rund 1.700 Rotfüchse (Vulpes vulpes) leben schätzungsweise in der Hauptstadt. Die Stadt bietet ihnen viele Vorteile – sie werden nicht bejagt, finden als Allesfresser reichlich Nahrung und zahlreiche Verstecke für ihren Bau. Stadtfüchse unterscheiden sich inzwischen von ihren Verwandten auf dem Land: Ihr Verhalten ist angepasst an das urbane Umfeld, und sogar genetische Unterschiede sind nachweisbar.
Doch so nah Füchse uns in der Stadt auch kommen – sie sind Wildtiere und sollten es auch bleiben. Das Füttern von Füchsen ist verboten, da von Menschen aufgezogene Tiere ihre natürliche Scheu verlieren und später problematisches Verhalten zeigen können. Wer einen scheinbar verlassenen jungen Fuchs findet, sollte nicht eingreifen. In den meisten Fällen ist die Mutter nur auf Nahrungssuche und kehrt später zurück. Nur wenn wir die jungen Füchse in Ruhe lassen, können sie sich gesund entwickeln und ihre natürlichen Verhaltensweisen erlernen.
Daher haben auch wir unseren Fuchsnachwuchs im Spreepark nach ein paar schnellen Fotos wieder seiner Selbst überlassen, sodass er sich seiner Familie wieder anschließen konnte und zur nächsten Berliner Fuchsgeneration heranwachsen kann.